Ozeaneum in Stralsund: Mittendrin in der Unterwasserwelt der Nord- und Ostsee

Ozeanum Stralsund

Auf der Reise nach Rügen liegt Stralsund mit dem Ozeaneum direkt auf dem Weg. Kurzerhand entscheiden wir wir uns für einen Zwischenstopp um dieses Meeres Naturkundemuseum mit Schwerpunkt Ostsee anzuschauen. Ob sich ein Besuch lohnt und was wir alles erlebt haben, erfährst du hier im Artikel. 

Das Ozeaneum teilt sich auf in Ausstellungen und Meerwasser Aquarien. Aber der Reihe nach. Schon beim Eintritt in das futuristische Gebäude thront ein echtes Walskelett über uns. Die Rolltreppe ist mit ihren 34m so lang wie ein Blauwal. Das fängt ja schon mal gut an. 

Inhaltsverzeichnis

Ein etwas anderer Start im Ozeaneum Stralsund

Der Start ist leider erstmal ein wenig enttäuschend, denn die Ausstellung mit Plastik Nachbildungen von Fischen und Tieren aus der Nord- und Ostsee empfängt uns in der ersten Halle. Die Euphorie hält sich bei uns allen ziemlich in Grenzen. 

Die Freude erhöht sich dann wieder schlagartig als wir dem roten Faden am Boden folgen und im ersten Aquarium Saal landen. Was für ein Erlebnis, die Kinder hüpfen von einem Becken zum nächsten – sind ganz begeistert von den Fischen, die direkt vorbei schwimmen. Krebse, Quallen, Krabben tummeln sich im dämmrigen Licht. Alles Fische aus der heimischen Ostsee.

Es wechselt immer ab: Ausstellung und Aquarium. Die Ausstellung über die Tiefsee lassen wir zügig hinter uns. Die Kinder möchten lieber wieder echte Tiere sehen.

Und genau das gibt es im nächsten Bereich – jetzt kommen die Highlights. So recken wir zum Beispiel im 360° Helgoland Tunnel die Köpfe, denn rund um uns ist hier Wasser. Rechts, links und über uns tummeln sich die Fische. Das Highlight: der Manta Rochen, der total entspannt seine Kreise zieht. Direkt im Anschluss geht es mit dem Brandungsbecken weiter. Alle 30 Sekunden könnt ihr die Brandung anschauen und wie die sich im Wasser auswirkt.

Raus gehts auf den offenen Atlantik

Jetzt gehts Schlag auf Schlag. Wir bestaunen das mit 2,6 Mio Liter Inhalt absolut größte Aquarium im Ozeaneum. Alles tummelt sich um ein altes Schiffswrack in der Mitte. Makrelenschwärme ziehen ihre Kreise, während kleine Haie am Boden umher schwimmen. Überall ist Bewegung, überall gibt es etwas zum Anschauen, überall wuselt es im schummrig-blauen Licht.

Die Kinder staunen fasziniert, wollen ganz nah dran sein. Sie trennt jetzt nur noch 30cm dickes Glas von einem Hai. Die Szenerie ist echt schon beeindruckend. Alleine nur für dieses Becken hat sich der Besuch schon gelohnt. Doch irgendwann haben wir die Fische hier im Detail angeschaut, eisen uns los und steigen die Treppe nach oben. 

Auf der Terrasse mit den Humboldt Pinguinen und der Frage: Bist du schneller als ein Fisch?

Oben angekommen wartet das Außenbecken der Humboldt Pinguine. Die zuckersüßen Tiere recken die Hälse Richtung Sonne und schwimmen ihre Runden im Becken. 

Die Aussicht von hier oben ist genial, vor allem wenn die Pinguine mit dir gemeinsam die Skyline anschauen. Bei schönem Wetter ist hier der beste Platz im Ozeanum für eine Pause. Der kleine Wasserspielplatz tut sein übriges, so dass die Kinder beschäftig bleiben. Für dich heißt es erstmal Beine hoch und ein wenig den Moment genießen.

Denn im Anschluss wird es sportlich. Auf einem Ergometer dürfen Kinder sich mit Fischen messen. Welchen Fisch holst du wohl ein? 

1:1 Riesen der Meere - Hinlegen, Augen auf und einfach nur zuhören

Wir steigen nun wieder ab in die größte Halle mit dem auch größten “WOW” Effekt. Über uns hängen 1:1 Blauwale, Orcas und andere Tiefseetiere. Unter uns ein riesiger Kreis mit Holzliegen.

Die Kinder stürmen bereits hinunter. Kurz darauf entspanne ich, während wir eine Klangreise durch die Tiefsee machen. Wir sind fasziniert von der Vorstellung und werden mit passenden Lichteffekten durch die riesige Kuppel und die Meerestiere darin geführt.

Bevor wir zum Ausgang schlendern, bleiben wir noch im Kino hängen. Nach einigen Kurzfilmen verlassen wir dann das Ozeaneum und sprechen noch lange über die Erlebnisse. 

Alles Wissenswerte rund um das Ozeanum in Stralsund

Am besten parkst du in einem der Parkhäuser auf der Museumsinsel. Am Sonntag kannst du kostenlos parken (Google Maps Link), sofern du bereit bist 500m zur Stralsunder Innenstadt zu laufen. 

Das komplette Ozeaneum ist barrierefrei. Du kannst alles sowohl mit dem Rollstuhl, als auch mit dem Kinderwagen erreichen. 

Es gibt einen kleinen Imbiss am Eingang, im Museum selbst kannst du nichts kaufen. Empfehlen würde ich Dir allerdings an einem der wunderschönen Stände vor dem Ozeanum einen Backfisch zu kaufen. Das Flair auf dem Vorplatz mitten auf der Museumsinsel ist einfach wunderbar. 

Buche dir mindestens einen Tag in Voraus deine Eintrittskarte. Du entgehst somit der Schlange an der Kasse und kannst ganz entspannt durchstarten.

Das Meeresmuseum und das Ozeaneum sind unter dem Dach des Deutschen Meeresmuseums vereint, sind aber zwei unterschiedliche Museen. Das Meeresmuseum ist in einem alten Kloster mitten in der Altstadt untergebracht (ist allerdings noch bis 2024 aufgrund von Renovierung geschlossen). Im Ozeaneum siehst Du hauptsächlich den Lebensraum von Nord- und Ostsee. Während Du im Meeresmuseum den Lebensraum außerhalb der Nord- und Ostsee entdecken kannst. Zwei weitere Standorte sind das Natureum Darßer Ort in einem Leuchtturm und das Nautineum auf der Insel Dänholm zwischen Rügen und Stralsund. 

Budder bei die Fische - lohnt sich also der Ausflug zum Ozeanum in Stralsund?

Nach der anfänglichen Enttäuschung über die Ausstellung von Plastik Exponaten, ja die 54 Euro Eintritt haben sich absolut gelohnt Das riesige Aquarium, das Brandungsbecken, der Tunnel und die Darstellung der Wale sind einfach sehenswert. Der Wasserspielplatz bei den Pinguinen ist absolut ausreichend und macht einfach Spaß. 

Auch wenn wir die Ausstellungen und schön gemachten Infotafeln eher links liegen gelassen haben. Zu hoch war der Drang der Kinder zum nächsten “echten” Aquarium zu huschen. Somit ist aber für jeden etwas dabei und beim Thema Müll im Meer haben auch unsere Kinder aufmerksam zugehört.

Wir sind eigentlich keine absoluten Museumsliebhaber, sind ja lieber draußen unterwegs. Beim Ozeanum machen wir eine ganz große Ausnahme. Das musst du gesehen haben, sofern du hier oben in und um Stralsund unterwegs bist. 

 

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